Deutsche Meisterschaften MTB XCO Wombach 2026

Als alle Starter ihre Plätze in der Startaufstellung eingenommen haben und die Rennleitung die letzten Sekunden bis zum Start ankündigt, wird es ganz still. Nur ein dumpfes Herzschlaggeräusch aus den Lautsprechern ist zu hören, die Anspannung hingegen ist zum Greifen nahe. Dann ein Pfiff! Sofort sprinten 24 Mountainbiker mit krachenden Gangwechseln einen Forstweg hinauf und beginnen damit den Start-Loop der Deutschen Meisterschaften Cross-Country Mountainbike 2026.

Die nationalen Meisterschaften, die neben dem klassischen Cross-Country Rennen auch die Short-Track Wettbewerbe beinhalteten, wurden vom 17. bis 19. Juli 2026 in Wombach ausgetragen. Gleichzeitig fanden in denselben Rennen auch die Deutschen Hochschulmeisterschaften statt.

Die Cross-Country Strecke in Wombach präsentierte sich einer Deutschen Meisterschaft ausgesprochen würdig: abwechslungsreich, konditionell sowie fahrtechnisch herausfordernd und viele naturbelassene Singletrails. Und das alles bei einem perfekt gepflegten Rundkurs mit idealen Untergrundbedingungen. Für fahrtechnische Schwierigkeiten, aber ebenso viel Freude am Fahren, sorgten zusätzliche, künstlich angelegte Steinfelder neben Wurzelpassagen, Sprüngen, Anliegerkurven und Absätzen: alles dabei! Dabei schmiegte sich die Strecke in den Wombacher Wald, indem die Streckenverantwortlichen das Gelände mit seinen natürlichen Wellen und kleinen Tobeln nutzten und in den Streckenverlauf integrierten. Die 140 Höhenmeter waren über die gesamte Strecke auf zahlreiche Anstiege verteilt. Diese variierten von kurzen knackigen Abschnitten bis hin zu einem längeren Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke, der zum Ende hin immer steiler wurde. Kurvige Singletrail-Anstiege gespickt mit Wurzeln und Steinen waren ebenfalls Teil des Rundkurses. Die Kombination aus mehreren kurzen, intensiven Anstiegen und technischen Abfahrten bot nahezu keine Möglichkeit zur Erholung.

Im oben beschriebenen Starterfeld befand sich für den AC Weinheim / Team Mountainbike Bergstraße und die Universität Ulm Malte Knöll. Nach einem guten Start musste er die vorderen Starter, unter denen sich einige Profi- und Weltcupfahrer befanden, schnell ziehen lassen und konzentrierte sich auf sein eigenes Rennen. Trotz intensiver Bemühungen und vollem Einsatz wurde Malte nach einer guten halben Stunde im Rahmen der 80%-Regel (Rückstand auf die Spitze größer als 80% der Rundenzeit der Spitze) aus dem Rennen genommen. Am Ende wurde er als 22. im Rennen der Deutschen Meisterschaften und 7. bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften gewertet. Der Sieger in beiden Wertungen hieß Luca Schwarzbauer vom Canyon CLLCTV Team, der sich damit zum wiederholten Male zum Deutschen Meister krönen konnte. 

Es war beeindruckend, die Leistungsfähigkeit und fahrtechnische Finesse dieser (Profi-) Sportler hautnah zu erleben und ein unvergessliches Erlebnis, im selben Rennen gefahren zu sein!